Wieder einmal ist es nicht gelungen einen Urlaub ohne Bibliotheksbesuch zu machen. Der Roadtrip begann in Finnlands Süden und ging über Lappland (Finnland, Norwegen, Schweden).

Die Schärenringstraße vor Turku bzw. Åbo war bereits zu Beginn ein ungeplantes Highlight. 200 km lang und mit 10 Fährverbindungen verspricht Inselhopping. Auf der Hinfahrt merkten wir, das die Sprachen von Finnisch/Schwedisch auf Schwedisch/Finnisch wechselten. Die Busse fuhren nicht mehr nach Turku, sondern nach Åbo, dem schwedischen Namen von Turku. Und im Supermarkt auf der Insel Korpo wurde nur noch Schwedisch gesprochen.

Kurz unterhalb von Jokkmokk waren unsere Reiseziele abgearbeitet und wir hatten noch Zeit.

Also noch mal die finnischen Schären? Die Lösung brachte die Fähre von Eckerölinjen von Grisslehamn – nach Eckerö auf Åland. Das die Hinfahrt drei Stunden dauert, die Rückfahrt jedoch nur eine Stunde ist der WEZ/OEZ-Grenze zu verdanken. Hier kann man zollfrei Einkaufen, was die Nordländer ausgiebig für den Nachschub von Hochprozentigem nutzen. Was den Deutschen der Fuselfelsen, ist den Nordländern das Fuselschiff.

Åland ist eine weitgehend autonome Region Finnlands. Auf den 6.500 Inseln, wovon nur die wenigsten bewohnt sind, leben knapp 30.000 Menschen. Die „Hauptstadt“ Mariehamn hat ca. 11.000 Einwohner. Man repräsentiert eindeutig die schwedisch-sprechende Minderheit von Finnland. Man genießt Wehrpflichtbefreiung und Zollfreiheit, was viele Schiffe einen Stop in Marienhamn einbringt. Man leistet sich eigene Briefmarken, eigene KFZ-Schilder, eine eigene Internetendung (.ax) und eine eigene Flagge.

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Mehr Autonomität ist kaum möglich.

Es gibt auch Bibliotheken. Eigentlich ein ganzes Bibliothekssystem. Mit eigener Internetendung: Bibliotek.ax

Überall auf der Insel sieht man kleine Schilder zur einer Bibliothek. Auf der Internetseite werden 15 Kommunalbibliotheken, 7 Schulbibliotheken und noch weitere Spezialbibliotheken aufgelistet. Darüber schwebt die Stadsbibliotek Mariehamn als Zentralbibliothek.

Wer bisher nur Schilder mit Elchen und Rentieren mit Skandinavien verbindet, bekommt nun ein neues Schild direkt vor der Bibliothek präsentiert: den Marienhamns-Gumsen

Die Bibliothek von außen ist eher unscheinbar, bzw. würde man einen solch großen Bau nicht mit einer Bibliothek in einer „Stadt“ dieser Größe in Verbindung bringen:

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Nein, das ist kein Neubau – kein Dokk1, kein Oodi oder Birmingham Library. Die Bibliothek wurde bereits 1990 erbaut. Für 110.000 Medien geplant, 10,5 Bibliothekarstellen und 7,5 Assisstentenstellen eingerichtet, also 18 Personalstellen. Die Gesamtfläche beträgt 14.800 m², die große Halle allein 3.405 m². Das neue Kap1 in Düsseldorf soll 12.500 m² Fläche bekommen, wenn ich mich nicht irre.

Man ist gleichzeitig Hochschulbibliothek für die HÅ – die Högskolan på Åland, an der man u.a. Maschinenbau, Elektrotechnik oder Gesundheitsmanagement studieren kann. 455 Studenten zählt man aktuell. Klingt nach guten Studienbedingungen.

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Doch nun ein Blick ins Innere!

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Die Finnische Sachlichkeit und das schwedische Design ist spürbar.

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Ich habe persönlich die finnisch-schwedische Symbiose dieses Gebäudes gespürt.

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Und nach 30 Jahren wirkt es fast zeitlos.

In einem Flyer von 2009, den man dort mitnehmen konnte sprach man bereits von 122.715 Büchern, 7.502 Musik-CD, 1.454 DVD und gut 2.700 weiteren Medien, also fast 135.000 Medien. Man öffnet in 2008 gut 60 Stunden die Woche und hat pro Leser 25,2 Ausleihen bei insgesamt 277.361 Ausleihen und 244.494 Besuchen.

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Es war nicht viel los am Samstagnachmittag in den Ferien. Die aktuellen Öffnungszeiten waren Montag – Donnerstag 10 – 20 Uhr, Freitag 10 – 18 Uhr, Samstag 10 – 16 Uhr und Sonntag 12 – 16 Uhr. Also 58 Öffnungsstunden in der Woche. An Personal waren nur 2 Personen zugegen, kein Problem bei Selbstverbuchung.

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Es bleibt hier trotz der Architektur viel Platz für Neuerungen und Änderungen. So ganz nebenbei ist man als „Grüne Bibliothek“ frisch ausgezeichnet.

Ob in deutschen Bibliotheken auch so viel Mülltrennung betrieben wird?

Was bietet man seinen 11.000 Einwohnern noch?

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Tabletausleihe und natürlich WLan

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Neue Sitzmöglichkeiten, die sich in die Architektur sehr gut eingliedern. Von diesen Sesseln habe ich 4 Stück gesehen – aus einem wollte meine Frau gar nicht wieder raus.

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Als Zentralbibliothek für das autonome Åland hat man die Aufgabe der landeskundlichen Abteilung. Anschluss an die Filmdatenbank Cineasterna.se, Sprachcafé, Schöne Literatur in großer Auswahl in vielen Sprachen (Multilingual Library), Novellencafé, Buchzirkel, Literaturtage, etc.

Interessant ist auch der kostenfreie Lieferdienst für alle Medien, wenn man nicht mehr außer Haus kommt. Daisybücher sind ebenfalls vorhanden. Spannend, bei 60 bewohnten Inseln.

Das Büchlein „Åland in Zahlen 2019“ notiert auf Seite 30:

Jahr 2000 / 332.564 Bände und 486.139 Ausleihen (18,9 Leihen pro Einwohner)

Jahr 2010 / 326.230 Bände und 476.376 Ausleihen (17 Leihen pro Einwohner)

Jahr 2018 / 288.943 Bände und 288.943 Ausleihen (12,7 Leihen pro Einwohner)

Fazit:

Åland ist eine Reise wert. Die Natur, die Inseln, der Kuchen

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Insbesondere der Kuchen!

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Ihr dürft aber gerne auch den Bibliotheken einen Besuch abstatten. Der Eintrag in diesem Blog erhebt nicht den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Falls also jemand mal einen Bericht über das Bibliothekswesen auf Deutsch verfasst hat würde ich gerne dorthin verlinken.

30.000 Einwohner zwischen Schweden und Finnland haben sich eine ganz passables Bibliothekslandschaft gebaut. Auf jeden Hauptstadtbewohner kommen über 11 Medien. Eine schöne Zahl zum Abschluß, wenn mal wieder die deutsche 2 Medien/Einwohner Marke aus der Ecke gekramt wird.

 

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In diesem Blog findet sich noch ein Bericht über den Renault Twizy und zwischenzeitlich hatte ich auch einige Zeit einen E-Smart 451 mit Schnelllader. Das waren jedoch nur „Zweitwagen“. Der Umzug ins Saarland mit schlechter öffentlicher Ladeinfrastruktur brachten mich während der Aktion „Stadtradeln“ dazu mich vom E-Smart zu trennen.

Meist geht der Weg zur Arbeit nun mit dem Rad. Ein Versuch mit dem ÖPNV war trotz umsteigefreier Verbindung eher frustrierend . Und wir haben ja noch ein Auto. Dieses „Weltauto“ aus Ungarn wurde in Kooperation mit Suzuki und Fiat gebaut und hört auf den Namen SX4 (Suzuki) oder Sedici (Fiat).

2011 war uns der Begriff „SUV“ noch nicht geläufig. Wir freuten uns über die erhöhte Sitzposition in dem 4,11 cm langen Wagen. Und neben den üblichen Verkehrsrouten und Ausflügen in den Harz wurden auch Urlaubsausflüge gemacht. Skandinavien im Sommer und Winter. Der Wagen wurde nicht geschont. Dort macht ein leicht geländegängiges Auto auch Sinn.

Zwischenzeitlich ist SUV ein Schimpfwort geworden. Gemeint sind dann eher sehr große und bullige Autos der Oberklasse, die meist in Gegenden unterwegs sind, wo man diese Art von Autos nicht braucht.

Unser nun einziger Wagen sollte erneuert werden und die Marktsichtung geriet zum Kraftakt. Unsere Wünsche:

  • klein, wendig, stadttauglich und überlandfähig, sparsam (Benzin), für 2 Personen
  • Allrad, Sitzheizung, DAB+-Radio, Tempomat, gerne Automatik
  • umweltfreundlich – soweit möglich, Preis-Leistung für Nutzungszeit muss stimmen.

Der deutsche Automarkt schrumpft da enorm schnell zusammen. Die angeblichen SUV im unteren Mittelklassesegment sind nur Lifestyleplacebos und haben zumeist nur Vorderantrieb, Allrad nur als Diesel mit Luxusausstattung, Verbrauch um die 10 Liter und CO2 Werte, über die sich die Bundesregierung bei der Steuer freut. Hybrid? Elektro? Nicht im gewünschten Segment.

Deutsche Marken haben bei mir keine Chance, das Gefühl bereits beim Kauf betrogen zu werden ist permanent geworden. Auch preislich liegt Mercedes, BMW und VW weit jenseits der Massstäbe. Egal ob Franzosen oder Italo-Amerikaner, von Citroen C3 bis Jeep Renegade und Fiat 500x wurde alles Probegefahren. Fazit: Zu groß, zu viel Verbrauch, nur Frontantrieb. Die potentiellen Nachfolger des SX4 auf dem wachsenden Markt der kleinen Möchtegern-SUV (Softroader bzw. Crossover) versagten. Einzig Subaru fiel positiv auf, doch es fehlt gerade der kleinste Subaru Nachfolger (Justy) im Portfolio – es beginnt erst beim XV.

Suzukis Nachfolge-SX4 ist ebenfalls zu groß geworden für unsere Ansprüche, im Vitara quälten uns die Sitze und die schlechte Übersicht. Ein Schimmer der Hoffnung versprach der neue Jimny – doch das ist wirklich ein Geländewagen. Lange Touren? Und die Verbrauchswerte! – Schade, leider nein – wie auch die Probefahrt zeigte.

Der Fiat Panda Cross ist ein weiterer kleiner Allradler im Portfolio – allerdings ist die 2 Zylinder Maschine vom Konzept her auch schon bald 10 Jahre alt.

Und dann stand da noch der Ignis. Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Aber das Konzept gefiel uns. 3,70 m kurz, bequemes hohes Einsteigen. 18cm Bodenfreiheit. Die Testberichte in Deutschland nehmen den Wagen nicht Ernst, aber die Österreicher waren durchweg positiv gestimmt. Das gilt für Berichte auf Papier wie in Videos:

 

Ein Importauto dank Suzuki-Deutschland

In Deutschland gibt es den Ignis in folgende Varianten:

  • Dualjet (Frontantrieb)
  • Dualjet (Allgrip / Allradantrieb)
  • Dualjet AGS (Automatik ohne Allradantrieb)
  • Dualjet (Mild) Hybrid (ohne Allradantrieb)

Unser Wunsch nach Allrad/Automatik/Hybrid geht leider nicht. Also doch der Vitara?

Ein Blick nach Europa zeigt jedoch, das es auch anders geht.

In Österreich (Frankreich und Niederlande) gibt es zusätzlich die Version:

  • Dualjet Allgrip/(Mild)Hybrid – spart immerhin 13g CO2 pro km

Das BibliotheksWesen fängt dann an zu recherchieren, warum eine japanische Marke nicht überall die gleichen Autos in Europa anbietet. In Norwegen gibt es nur drei Ignis Varianten (Front, Hybrid und Hybrid/Allrad) nur in höchster Ausstattung https://issuu.com/rsanorge/docs/suzuki_prisliste_3_-_2017?e=23049259/48265959, die Finnen kennen nur die Allradversion und die Schweden nur die Hybrid/Allrad-Version. Die Finnen und Norweger können auch in Gold bestellen, die Schweden nicht. Dafür kann man dort eine Normal und eine „All-Inclusive-Version“ bestellen.

In Österreich heisst die höchste Ausstattung Flash, die in Deutschland unter Comfort+ firmiert. Es ist jedoch die gleiche Ausstattung. Und die Österreicher können die Farbe „Helios Gold Pearl Metallic“ ordern. Diese Farbe gibt es in Deutschland nicht. Und so fahren wir nun einen Exoten in Deutschland, nachdem sich einige schon umgedreht haben bzw. um den Wagen herum gelaufen sind:

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Ob Frankreich, Luxemburg, Finnland, Schweden, Dänemark oder Norwegen – den Ignis habe ich dort nicht gesehen. Das oben zu sehende Wägelchen wurde aus Innsbruck importiert und man lernt sehr viel über EU-Importe. Ein normales Kurzzeitkennzeichen genügt, wenn der Wagen aus Österreich kommt, da beide Länder diese Schilder gegenseitig anerkennen – für andere EU-Länder gilt das nicht. Die Suzuki App funktioniert nicht, da nur in Deutschland erstregistrierte Autos sich dort registrieren können. Autos bis 6 Monate Zulassung gelten zudem als Neuwagen. Die Mwst Steuer ist damit in Deutschland direkt beim Finanzamt zu entrichten und der Händler in Österreich stellte eine Nettorechnung aus. So häufig passiert das in Saarbrücken trotz Grenznähe scheinbar nicht. Die Rückfahrt über den verschneiten Fernpass und durchs verregnet Baden-Württemberg war Teil „Der Weg ist das Ziel“ Tour, obwohl ich die Hinfahrt mit der Bahn eindeutig vorziehe.

Das „Stadtauto“ ist somit überlandtauglich. Die Tour nach Nordfinnland im März 2019 hat es bewiesen. Dank Tempomat vermisst man die Automatik kaum noch. Der 5,5l Verbrauch auf unser Tour durch den Norden macht den 30l Tank verschmerzbar. Auch bei -25 Grad sprang der Wagen unproblematisch an und die Eispisten waren dank Allrad kein Problem. Bis zum Nordkap waren es zwar noch einige Kilometer, der Suzuki Ignis hätte es geschafft.

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Nun fahren wir also ein 3,70 m kurzes Wägelchen, was in die Stadt passt und mit dem man auch weite Touren gemütlich fahrend zurücklegen kann. Schwedische Schotter- und saarländische Schlaglochpisten sind unproblematisch. Allrad und (Mild)Hybrid für unter 20.000 € sind möglich. Steuerlich sind jährlich 46 € zu zahlen. Damit können wir beruhigt auf den großen Elektroboom warten.

Die Sache hat jedoch einen Haken; der Ignis ist ein (Micro) SUV! Und SUV sind per se gesellschaftlich Böse, überflüssig, fett und verstopfen die Straßen. SUV = BMW X7, VW Tuareg oder gar die amerikanischen Schlachtschiffe Ford Raptor & Co. Kritisch Punkte sind in der Wikipedia wie folgt aufgeführt (und gleich mal verglichen):

  • Kraftstoffverbrauch – Ignis 5,5l (Real)
  • Luftqualität (Diesel) – es gibt nur ein 90 PS Benziner
  • Geräuschemission (Breitreifen) – 175/60R16 82H (breite Schlappen sind was anderes)
  • Fahrzeuggröße – 3700 mm Länge x 1660 Breite x 1595 mm Höhe (und wirkt drinnen viel Größer)
  • Blendwirkung – höchstens durch die Metalliclackierung 🙂
  • Rücksichtloses Fahrverhalten – mit Tempomat cruisen ist sehr Entspannend
  • Ressourcenverbrauch – bei einem 945 kg leichtem Auto eher nicht.

Auch ich ärgere mich über den wachsenden Personenkreis, die mit überdimensionierten Autos über zwei Parkplätze nicht einparken können, weil sie die Maschinen trotz diverser Assistenzsysteme einfach nicht überblicken. Warum frühere dreitürige Suzuki Vitara oder Toyota RAV4 Versionen nicht mehr gebaut werden, obwohl diese auf dem Gebrauchtmarkt hohe Preise erzielen, ist mir ein Rätsel. Der Bedarf zeigt sich am Suzuki Jimny, auf den man Monate warten darf.

Japaner haben wenig Fläche und bauen deswegen kleine Autos. Amerikaner haben viel Platz und bauen entsprechend große Autos. Und Deutschland hat recht wenig Platz und baut deswegen große Autos. Ähh!

Wenn die Strecke nicht per Rad oder Bahn zurückgelegt werden kann nehmen wir das Auto. In der Familie heißt der Kleine übrigens „Grizzly“. Es ist ein SUV – von mir aus „Empört Euch!“…

 

Auf dem Weg nach Norden bin ich schon mehrfach durch Umeå gekommen. Für die meisten wäre das ja schon Norden genug – immerhin kommt in Schweden nördlicher nur noch die Provinz „Norrbottens län“. Umeå ist die Residenzstadt von „Västerbottens lan“ und die Stadt hat ca. 85.000 Einwohner mit starkem Wachstum.

Ich kenne Umeå nur durch zwei Besuche im Winter. Die Stadt der Birken und die Stadt der Radfahrer, auch bei minus 15 Grad. Und Kulturhauptstadt Europas war sie 2014. Das merkt man nicht nur an der Stadtbibliothek. Doch auch sonst gibt es architektonische Highlights – das beginnt bei der Stadtmöblierung.

Nachts ist diese „Engelsbank“ gegenüber der Norrlandsopera beleuchtet. Wer dort sitzt hat also einen Heiligenschein. Die Stadt der Birken hat sich zudem einen neuen Busbahnhof aus Holz geleistet (nein, das ist kein Rohbau):

Selbst wer nur im Einkaufszentrum „Utopia“ kurz aufwärmen will, trifft auf Kunst. In diesem Fall auf ein zusammengekugelten Käfer von Ichwan Noor: https://www.artsy.net/artist/ichwan-noor :

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In dieser Stadt mit vielen Studenten ist die Stadsbibliotek natürlich wichtig und wurde 2014 neu errichtet: https://sv.wikipedia.org/wiki/Ume%C3%A5_stadsbibliotek – der direkte Link zur Homepage findet sich hier.

Während ich 2017 nur davor stand habe ich mir im März 2019 etwas Zeit genommen um hinein zu gehen. Erst das Oodi in Helsinki, dann der Bücherbus in Kilpisjärvi und nun also die Stadtbibliothek in Umeå. Die Bibliothek ist wiederum ein Kulturhaus (Kulturhuset) mit integrierten Cafés und einem Hotelkomplex über der Bibliothek.

Die Bibliothek liegt eigentlich nicht zu verfehlen in der Innenstadt direkt am Ume Älv, der zu dieser Jahreszeit komplett zugefroren ist.

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Wer mit Spikes durch die vereisten Strassen läuft sollte wegen des Holzbodens bitte Gummischlappen drüberziehen.

Das man die Orierntierung nicht verliert und zufällig im Hotel landet, dafür sorgen sehr große Orientierungskarten. Ob die barrierearm sind, weiß ich nicht – der Trend zurück zu einfachen Wegweisern zeigt der Besuch im Oodi in Helsinki. Wer erschöpft ist findet ausreichend Sitzgelegenheiten. Auf der Seite der Bibliothek sind alle Räumlichkeiten klar nach Etagen aufgegliedert: https://www.minabibliotek.se/teman-och-rum?culture=sv und es gibt ein pdf: https://cdn1.minabibliotek.se/files/584a8749f09f4b19bc03c660/Ume%C3%A5%20stadsbibliotek%20informationsbroschyr.pdf zum Mitnehmen.

Die Größe der Bibliothek ist, wie immer, nicht mit deutschen Maßstäben vergleichbar. 5000 qm lassen entsprechend Möglichkeiten zu für die diversen Räumlichkeiten, die heute auch in deutschen Bibliotheken immer mehr erwartet werden. Übrigens, es gibt mit Bücherbus insgesamt ein Dutzend Zweigstellen in dieser Stadt.

Also alles vorhanden: Digitalwerkstatt, Gruppenräume, kleine Bühne, Kulturrezeption, etc. Die entsprechenden Betreuungsangebote reichen von der Digitalhilfe über die Ahnenforschung bis hin zum IT-Sprachcafé. Und die ganzen Kinderangebote sind da noch gar nicht genannt. Das Bibliothekswesen hat also einiges zu tun

Es gibt auch Platz für Medien und ausreichend Fläche zum „Sofortkonsum“:

Doch in Umeå bin ich auf eine Besonderheit gestoßen, die mir bisher noch nie begegnet ist. Während man immer wieder liest, das sich Bibliotheken von Medien trennen um Platz zu schaffen, magaziniert man in der Stadsbibliotek Umeå Titel, die man haben muß jedoch nicht immer im Raum präsentieren muss. Gut, Magazine kennen auch deutsche Kommunalbibliotheken – aber dieses Magazin ist offen für jeden zugänglich und nutzbar:

Ob Kinderbuch oder Schöne Literatur, das „Öppet magasin“ kann jeder bedienen. Einfach auf die Knöpfe drücken und elektrisch werden die Reihen geöffnet und geschlossen. Viele Medien auf engem Raum – jedoch nicht entsorgt und weggeworfen weil kein Platz da ist. Vielleicht wäre diese Idee eine häufig einsetzbare Lösung in Deutschland. Oh, „meine“ Stadtbibliothek hat sogar ein Magazin…

Dann ist sogar Platz für Kunst. Ein Künstler malte gerade einen Volvo Kombi – jedoch in einer ganz eigenen Art:

Als Bahnfahrer mit dem „Nattåg“ gen Norden verschläft man diese Stadt in der Regel. Wer jedoch mit dem Auto oder dem Camper durch Skandinavien tourt, der kann in Umeå einen Stopp einlegen. Die E4 verläuft direkt daran vorbei.

Mensch, ich habe ja einen Blog! Erst neulich sprach mich eine Kollegin an, das Sie bei einer thematischen Recherche auf einen alten Blogbeitrag von mir gestossen ist.

Die Reaktivierung des Blog erfolgt mit einer Reise. Während die Kulturstiftung des Bundes aktuell mit ihrem Programm hochdrei politische und bibliothekarische Personen im Rahmen eines „Tandems“ nach Dänemark und in die Niederlande in schöne, tolle und möglichst neue Bibliotheken verbringt, reist das hier bloggende BibliotheksWesen schon seit Jahren durch die Länder und besucht immer wieder Bibliotheken.

Der Winterurlaub wurde genutzt um einen Abstecher ins Oodi zu machen. Das Oodi ist die neue Bibliothek an zentraler Stelle in Helsinki. Ein Geschenk des finnischen Staates zum 100. Geburtstag an seine Bürger und damit an sich selbst.

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Wer mehr über das Oodi wissen will kann gerne den BuB Bericht von Beate Detlefs lesen. Einige Blicke gleichen sich, doch da Reisen bildet, möchte ich eigene Eindrücke hinzufügen. Natürlich kann man von den riesigen Dimensionen auch in Deutschland träumen, doch mir geht es beim Besuch um realistische Umsetzungsmöglichkeiten. Auch das reiche Düsseldorf fällt mit seiner neuen Zentralbibliothek „Kap 1“ mit 12.600 qm klein aus für nordische Verhältnisse. Ja gut, das Oodi hat nur 10.000 qm – aber ist auch nur eine von 37 Filialen in Helsinki und die Zentralbibliothek ist die Pasila-Bibliothek.

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2017 konnte ich nur eine Baustelle besichtigen. Für das Oodi wurde die Library 10 geschlossen, die ich noch besucht hatte. Auf einer Fortbildung im Institut für Menschenrechte in Berlin im letzten Jahr erwähnte die Dozentin Eeva Rantamo bereits die Barrierefreiheit der neuen Bibliothek von Helsinki. Eine solche Fortbildung wird am 11. April noch einmal von der ekz GmbH in Reutlingen angeboten und ich kann das jedem empfehlen, der sich mit Bibliotheksbau und für Barrierefreiheit interessiert.

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So fällt zum Beispiel auf, das man im Oodi kaum noch Orientierungsdisplays erblickt. Dafür erblickt nüchtern, sachlich und für alle nutzbar eine klassische Orientierungstafel wieder das Licht der Bibliothekswelt. Die gesamte Bibliothek ist dreisprachig und zudem mit vielen Piktogrammen ausgeschildert. Während Finnisch und Schwedisch für Finnland selbstverständlich ist, findet sich hier auch alles in Englisch.

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Und spätestens hier wird mir klar, das auch die Stadtbibliothek Saarbrücken, recht einfach dreisprachig werden kann – Deutsch/Französisch/Englisch wäre eine logische Folgerung.

Ganz ehrlich, diese Massnahme kann recht kostengünstig in deutschen Bibliotheken umgesetzt werden. Ob die schicken Displays, die in deutschen Neubauten immer häufiger auftauchen noch inklusiv sind und nicht nur sehr teuer, vermag ich nicht zu sagen.

Bei Behinderung denkt Deutschland schnell an Rollstuhlfahrer und Blinde. In den nordischen Staaten beginnt die Barrierefreiheit schon beim Kinderwagen.

Kinderwagenabstellplätze sind dort so selbstverständlich, das man sie in kleinsten Bibliotheken findet. Und hier sei es verraten, diese Idee ist auch bei uns schon angekommen und das Gebäudemanagement hat sie in einer Planung berücksichtigt. Auch diese Sache kostet oft nicht viel – bringt jedoch positives Feedback.

Der Verbuchungsplatz für die Kindermedien ist hier noch mal im Vergleich zu sehen. Man beachte die Höhe des Verbuchungsplatzes.

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Unvorstellbar in Deutschland ist auch dieses auf den ersten Blick unscheinbare Bild:

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Direkt neben der Kinderecke gibt es diesen kleinen Gang mit zwei Toiletten für Schwerbehinderte, entsprechendem Bodenleitsystem, einem Wickelraum und einer (!) Toilette für alle nichtbehinderten Menschen. Während man in Deutschland nicht nur im Karneval unsinnige Toilettenfragen stellt, würden sich die Finnen darüber nur wundern. Nicht aus dem Oodi, sondern aus dem finnischen Kaufhaus „Stockmann“ in Helsinki stammt dieses Bild.

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Doch zurück in den neuen heiligen Gral des Bibliothekswesens.

Nur im dritten Stock befinden sich Medien. Im zweiten Stock, der mir übrigens sehr dunkel und wenig von aussen beleuchtet vorkam, gibt es diverse Gruppenräume in allen Größen, Sitzecken, Nähmaschinen, MakerSpaces und den Folierstisch, wenn man mal selber etwas seine eigenen Werke folieren möchte. Letzteres werden wir regelmäßig zum Schulanfang gefragt.

Die Kinderecke ist sensationell und die Kleinen ziehen auch ohne Beschilderung ihre Schuhe aus. Die Gamer haben genauso ihren eigenen Raum, wie die Küchengruppe. Während in Deutschland Bibliothek und VHS meist getrennte Wege gehen, ist das im Norden historisch bekanntermassen anders verlaufen.

Die nordisch klare Sachlichkeit muss man mögen. Es ist versucht worden an Alles und Alle zu denken. Das Wohnzimmer der Stadt ist im Oodi Wirklichkeit – ausser, das die Getränke zu Hause wohl günstiger wären (Preise in Euro im Februar 2019).

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So geht das BibliothekWesen mit zwei Fragen aus dem Haus:

  1. Was ist davon umsetzbar, ohne deutsche kommunale Etats komplett zu sprengen? Antworten finden sich bereits im Text.
  2. Wenn das die Bibliothek der Gegenwart ist, welche Ausbildung brauchen wir da eigentlich in deutschen Bibliotheken?

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Die letzte Frage ist beinah eine Frage der Einstellung. „Die Bibliothek ist für die Menschen da“ wir ja nun sehr häufig zitiert. Aber was für Menschen müssen denn da arbeiten, die für Menschen in der Bibliothek da sind?

Vielleicht findet sich die Antwort auf dem letzten Bild:

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BibliotheksWesen in Bibliotheken müssen Menschen sein, die an die Bibliothek für alle Menschen denken und nicht nur in Zielgruppen und (Ausleih)statistiken. In Deutschland bedeutet das einen Wertewandel, dessen Prozess für mich noch am Anfang steht. Für das Seminar „Inklusion und Barrierefreiheit in Bibliotheken“ bei der ekz am 11. April gibt es noch Restplätze. Bevor wir nach Norden pilgern, können wir uns vorab informieren wie das noch mal ging, mit der „Bibliothek für Alle“. (ScG)

Was bleibt von einem bibliothekarischem Studium übrig, wenn:

  1. sich der Sprachraum fundamental ändert
  2. sich die erlernte Schrift sich verabschiedet
  3. und der Kulturraum ein völlig anderer ist?

Oder anders gefragt. Was müsste ich neu erlernen, um in einer Bibliothek in China oder Syrien zu arbeiten?

Fazit: Da bleibt nicht mehr viel übrig.

Die „Flüchtlingswelle“ ist Vergangenheit. Für die Medien ist das Thema scheinbar erst einmal durch. Meist beschäftigt man sich mit extremistischen Ausreißern oder publikumswirksamen Abschiebungen in mehr oder weniger sichere Drittstaaten. Doch die meisten der Flüchtlinge sind weiterhin da. Es beginnt eine sehr kleinteilige und zumeist wenig publikumsvermarkbare Zeit der Integration. Hier ist eine Geschichte davon.

Die Stadt Salzgitter hat im Jahr 2017 nicht nur über 2.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen, es sind noch weitere 2.000 freiwillig hierhergezogen. Insgesamt sind von den 106.000 Einwohnern knapp 4.000 aus Syrien. Wer sich die aktuelle Situation anschaut weiß, die Wenigsten werden wieder in ihre Heimat zurück (können).

Anfang 2016 erreichte mich die Anfrage, ob wir bereit wären eine Praktikantin aufzunehmen. Sie spräche schon recht gut Deutsch und ist seit 2 Jahren in Salzgitter. Ach so, und sie ist Bibliothekarin!

Natürlich war ein Praktikum möglich. Und dann war Sie da. Am 18.Februar 2016 stellte sich die neue Praktikantin im Blog der Stadtbibliothek Salzgitter vor:

Während des Praktikums kamen wir öfter ins Gespräch. Sie zeigte mir ihre Studienbescheinigung der Universität Damaskus.  Das Thema Flüchtlinge war ein Schwerpunkt auf dem Leipziger Bibliothekskongress. Also habe ich Frau Alshouhan eingeladen mitzukommen; Tagesticket besorgt, Bahnfahrkarte besorgt – und nun eintauchen in den Trubel. Übrigens, auch wenn das mich eigentlich wenig berührt, Sie war die einzige Teilnehmerin mit Kopftuch. In dem von mir geleitete Vortragsreihe „Willkommenskultur – Grundlagen“ sprachen alle über Flüchtlinge. Ich brachte Eine mit. 🙂

Sie übersetzte in ihrem Praktikum den Flyer „In einfacher Sprache“ ins Arabische und fand sofort die Schreibfehler beim Niedersächsischen Willkommenspaket der Büchereizentrale. Die Stadt Salzgitter hat einen hohen Migrationsanteil – das findet sich teilweise auch im Team der Stadtbibliothek wieder. Doch mit türkischen oder gar arabischen Wurzeln haben wir Niemanden. Eigentlich bräuchten wir eine Frau Alshouhan. Doch ohne deutsche Papiere ist eine berufliche Integration kaum möglich. Und im Stellenplan gab es keine Möglichkeiten.

Anfang 2017 ermöglichte eine Elternzeit eine Ausschreibung für eine Stelle als FaMi. Befristet für zwei Jahre.

Zwischenzeitlich ist auch das Studium von Frau Alshouhan in Deutschland von der Kultusministerkonferenz (Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen) anerkannt, mit dem Rang eines Bachelor Studiums. Der Studiengang heißt in lateinischer Schrift übrigens „Maktabat wa maalumat“ und der Abschluß „Al-idjaza fi-l-adab“. Eine Bewerbung wäre also möglich. Also bewarb Sie sich auf die Stelle, obwohl diese nicht dem Profil entsprach. Sie wurde zum Bewerbergespräch eingeladen. Und vorab – ich habe an den Gesprächen nicht teilgenommen und ich habe die Entscheidungen nicht getroffen. Es kamen andere Bewerber zum Zug. Doch die bevorzugten Bewerber sagten kurzfristig wieder ab. Und nun?

Die ehemalige Praktikantin passte, wie gesagt, nicht ins Profil, stand jedoch noch auf der Bewerberliste. „Wie integriert man eine syrische Bibliothekarin ins deutsche Bibliothekswesen?“

Diese Frage galt zu klären. Sie benötigt Fortbildung! Möglichst schnell, möglichst umfassend. Die ganze Theorie muß erneuert werden. Am besten Extern. Ich habe mich einen halben Tag durch die Republik telefoniert bis das Passende gefunden war. Das Regierungspräsidium in Gießen hat in Hessen einen Vorbereitungslehrgang für die externe Abschlussprüfung für angehende FaMis im Programm. Vier mal eine Woche in Frankfurt. Eine Prüfung braucht nicht abgelegt zu werden, da der Bachelor Abschluß bereits anerkannt ist. Die hiesige Arbeitsagentur arbeitet eng mit der Stadt zusammen – auch in diesem Fall. Seit dem 1. Juni gehört zum Team der Stadtbibliothek Salzgitter nun eine Bibliothekarin aus Syrien. Solche Flyer sind kein Problem mehr:

 

Die erste Woche ist des Crash-Kurses ist nun vorbei und ich habe die positive Rückmeldung bekommen, das dies genau das ist, was Sie benötigt.

Rückblickend ist zum Wunsch der Bibliotheksleitung sehr viel Glück, wenn nicht gar Zufall, und dann ein klarer Wille der Weg zur Integration gewesen. Die Stadtbibliothek wird eine Win Win Situation erleben, da bin ich fest von überzeugt.

Übrigens, Frau Alshouhan ist nicht die einzige geflüchtete Bibliothekarin aus Syrien in Deutschland. In Bremen und Essen könnte sich diese Geschichte noch einmal wiederholen. Vielleicht! Mit etwas Glück, Zufall und vor allem Wille!

Von 4.000 syrischen Flüchtlingen in Salzgitter ist dies nur die eine Geschichte, wie schwer es sein kann in einem fremden Land mit anderen Kultur Fuß zu fassen mit seiner Ausbildung. Es ist unser/mein Beitrag für gelebte Integration.

Im letzten Monat des Jahres 2016 ist in der Bibliothek die Ausstellung „Oh, eine Dummel“:

http://www.dummel-ausstellung.de/

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Meine Gedanken dazu habe ich in die Eröffnungsrede gepackt:

Diese Ausstellung hat nun schon einige Orte besucht. In einer Bibliothek war sie jedoch noch nicht. Als ich von der Möglichkeit diese Ausstellung zu ordern gehört habe, wollte ich diese unbedingt auch in der Stadtbibliothek Salzgitter. Dafür gab es drei gute Gründe, die sich alle unter dem Begriff Satire und Bibliothek zusammenfassen lassen.

  1. Im letzten Jahr fand in der Herzog August Bibliothek ein Arbeitskreis zum Thema Volksbibliothekare und Nationalsozialismus statt. Am letzten Tag der Vorträge war klar erkennbar, dass alle untersuchten Bibliotheken und die leitenden Bibliothekare teilweise im vorauseilendem Gehorsam Bestände makulierten, also löschten. Einige waren stramme Nationalsoziallisten, andere wiederum wurden „zwangsrekrutiert“. Was allen Personen jedoch am Ende gemein war, das sie am Ende des Dritten Reiches alle in ihrem Beruf weitermachen konnten. Hochoffiziell rein gewaschen von den Allierten. In Deutschland hat der Bibliotheksverband Jahrzehnte gebraucht um einen Ethikcode zu verabschieden. Und eine Frage treibt uns bis heute um: Was darf in den Bestand? Hitlers „Mein Kampf“ steht als kommentierte Ausgabe auch hier in der Bibliothek. Die Innung war, nach erlöschen des Urheberschutzes, sich schnell darüber klar und einig, dass eine kommentierte Ausgabe zur Aufklärung beitragen kann. Doch der Extremismus kommt nicht nur von Rechts. Ein Beispiel: Ein wunderbar aufgemachtes Buch wurde uns im Bereich Biologie geschenkt. Erst bei der Recherche im Impressum findet sich die kreationistische Abstammung. Auch sehr spannend ist das Feld um die unterschiedliche Auslegung des Koran – den man ja nicht wegschmeißen oder verbrennen darf. Doch was macht Bibliothek dann mit der salafistisch geprägten Ausgabe im Geschenkekorb? In der Stadtbibliothek entzündete sich zuletzt eine Diskussion über Herrn Akif Pirinci, da seine letzten Bücher zwar zu Beginn von der Wochenzeitung „Die Zeit“ oder der politischen Monatszeitschrift „Cicero“ als Satire gekennzeichnet wurden – bis Herr Pirinci bei den Pegidademonstrationen seine Satiren zum Besten gab. Doch bei diesem Ort waren sie keine Satiren mehr. Andere große Bibliotheken haben Herrn Pirinci aus dem Bestand gelöscht, inclusive seiner Felidae Katzenkrimis. Wir halten die gekauften Bücher aus – wenn sich niemand dafür interessiert werden sie von allein irgendwann aus dem Bestand wandern.  In Zeiten des sich steigernden Populismus sind die Bibliotheken stärker denn je gefragt, ob sie sich eines Inhaltes annehmen wollen oder nicht. Viele Bibliotheken abonnieren die Spiegel Bestsellerliste und stellen alles was kommt in den Bestand. Ich sage somit das nächste Problem voraus. Udo Ulfkottes Buch „Volkspädagogen“ über die Lügenpresse aus dem Kopp Verlag wird sicher ein Bestseller. Die Stadtbibliothek Salzgitter entscheidet weiter unabhängig und ohne Vorauswahl, was in unseren Bestand kommt.
  2. Erst gestern Abend war in den Nachrichten zu hören, das der erstarkende Populismus eine Ursache hat: Angst! Angst zu verlieren! Angst abgehängt zu werden. Diese Angst ist laut dieser wissenschaftlichen Untersuchung durch die Stiftung Bertelsmann bei den ärmeren und bildungsschwachen Personenkreisen stärker ausgeprägt. Die öffentlichen Bibliotheken in Deutschland sind vor gut 100 – 120 Jahren entstanden aus dem Gedanken der Volksbildungsbewegung. Eine bürgerlich-liberale Gesellschaft hat auf Vereinsbasis viele heutig kommunalen Bibliotheken entstehen lassen. Die Stadtbibliothek Bielefeld z.B. feiert heute ihren 111. Geburtstag. Die Volksbibliotheken, wovon nur noch die in Fürth diesen Namen trägt, waren die Antwort auf die Arbeiterbibliotheken und vor allem die konfessionellen Bibliotheken des katholischen Borromäusvereins. Die Volksbibliotheken waren eine Säule der Volksbildungsbewegung. Die zweite Säule hat ihren Namen bis heute nicht verändert: die Volkshochschule – die VHS. Gegen Angst hilft nur Bildung. Dieser hundert Jahre alte Ansatz ist heute aktueller denn je. Leider steht die Volksbildung gesetzlich auf eher tönernden Füßen – zumeist als freiwillige Einrichtung. Wenn es ein Landesgesetz zur Regelung des Bibliothekswesens gibt, dann ohne finanzielle Auswirkungen. In Niedersachsen tut sich zurzeit noch weniger. Dass Bibliotheken auch einen kulturellen Bildungsauftrag haben sieht man mit dieser Ausstellung. Das war der zweite Grund weswegen ich „Hier“ geschrien habe.
  3. Der Medienwandel erfasst die Gesellschaft auf voller Breite. Nachrichten-ströme wandern über das Smartphone, die Zeitung auf Papier wird von jungen Menschen kaum noch wahrgenommen. Nachhaltig beeindruckt hat mich das Buch„Redaktionsschluß“ von Stefan Schulz, der auch zur Satire eine Aussage macht. Dieses Buch habe ich kürzlich vorgestellt und eine entsprechende Passage will ich daraus zitieren.

„26,7 Millionen Zuschauer hatten die Abendnachrichten beim Anschlag auf „Charlie Hebdo“ bei ZDF und RTL gesehen. Doch die Mehrheit der Zuschauer war über 65 Jahre. Nicht einmal 2 Millionen Zuschauer waren unter 40. Die Relevanz verlieren also nicht nur die Zeitschriften, sondern alle bisherigen Massenmedien. Und so greifen die ÖR zum einzigen Instrument um im Segment der jungen Zuschauer Marktanteile zu erreichen – sie kaufen Rechte für Fußball.“

Schulz geht auch mit der Presse an sich hart ins Gericht. Doch sicher anders als der eben erwähnte Ulfkotte:

„ZDF Moderator Thomas Walde kann minutenlang reden, ohne danach inhaltlich zitierfähig zu sein. Der ARD-Chefredakteur Rainald Becker bejubelt das regierungshandeln regelmäßig auf eine Weise, die sogar Regierungssprecher Steffen Seibert peinlich wäre. Der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, kann überhaupt nur als Lautsprecher der CSU sinnvoll charakterisiert werden. „Brand Eins“ Redakteur Wolf Lotter fasst das Dilemma in einen Tweet: „Viele Journalisten sind zuverlässigere Staatsverteidiger als die Spitzenbeamten, die ich kenne. Letztere wissen ja auch Bescheid.“

Nun möchten sie sicher wissen, wie ich von hier wieder auf diese Ausstellung komme. Es ist die Satire, denn sie ist heute ein wichtiger Informationsfaktor für die Jüngeren. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA:

„Die „Heute-Show“ bringt Details, die in keiner Zeitung mehr stehen; z.B. zur Armenien-Resolution. Und diese Spaßmacher beschäftigen sich mit Personen, nicht mit Programmen. Wahlprogramme oder Wahl-O-Maten sind zwar Kriterien, jedoch nicht an der Wahlurne, weil wir etwas fühlen. Wir fürchten und hoffen. Und am meisten ignorieren wir. Wir vertrauen.“

Und deswegen ist Angst ein gefährlicher Faktor für die demokratische Gesellschaft. Satire klärt auf. Einfach. Auf den Punkt. Und ohne mahnenden Zeigefinger. Dafür mit Raum für eigene Gedanken. Satire hat für einen Teil der Bevölkerung einen Bildungsauftrag. Bibliotheken haben diesen auch. Niedrigschwellig. Schnell verständlich. Und deswegen steht diese Ausstellung heute hier.

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Salzgitter ist groß! Auf 224 km Fläche sammeln sich 31 Ortschaften von wenigen hundert bis über 40.000 Einwohner. Drei Bibliotheken gibt es, für die ich als Leitung zuständig bin und in denen ich arbeite. Meist in SZ-Lebenstedt, oft auch in SZ-Bad und selten in SZ-Fredenberg.

Der Arbeitgeber erwartet, das man sein privates Kfz für dienstliche Zwecke benutzt und vergütet dieses auch mit Kilometerpauschale. Doch bisher gab es nur ein Kfz in der Familie mit zwei Berufstätigen. Irgendwann stellte sich also die Frage nach einem zweiten Gefährt, denn der ÖPNV ist wahrlich nicht gut aufgestellt um die drei Standorte schnell zu erreichen. Und 17 km mit dem Fahrrad zur nächsten Bibliothek kann dauern.

Ein weiteres Auto, nur um seinen Dienst zu machen? Das wollte ich nicht. Zudem gab es privat dafür auch keine Abstellmöglichkeit. Also einen Roller? Dann bitte nur ein Trike wie der mp3 von Piaggio oder der Peugeot Metropolis, denn die kann man mit Klasse 3 Führerscheinen fahren. Nach der Probefahrt war der Händler aber auch ich froh wieder heil angekommen zu sein. Überzeugt hat es mich nicht. Zu laut. Zu „stinkig“. (Ja, ich weiß, das es einen mp3 hybrid gab, der fährt jedoch nur bis 30 km/h elektrisch – dann stinkt er wieder.)

Der Ökö in mir dachte an etwas leises, ruhiges. Elektrisches? Ein Blick auf die Neupreise der E-Autos versprach, das ich locker ein Jahresgehalt für das erreichen der Arbeit aufwenden könnte. Ein gebrauchter E-Smart? Aber ohne Schnellader dauert das ewig. Und mit Schnellader war es mir wieder viel zu teuer. Doch da gab es doch etwas von Renault. Diesen Twizy. Kein Auto, kein Roller – ein Quad! Keine Fenster, keine Heizung, kein Radio – pure elektrische Fortbewegung. Nur, gesehen hatte ich das Ding in Echt noch nie!

Eine Probefahrt im Großraum Braunschweig war gar nicht so einfach zu bekommen. Ein Händler bat mir in wenigen Wochen eine Probefahrt für zwei Tage an. Es war Sommer, warm und nach zweihundert Metern war ich damit das erste Mal auf der Autobahn. Ein Twizy kann übrigens von Haus aus 80 km/h schnell fahren… – wutsch, sausten die Autos an mir vorbei. Die zweite Abfahrt „durfte“ ich dann wieder raus.

Doch die Begeisterung wuchs. Neu war mir der Wagen in gewünschter Ausstattung jedoch zu teuer – um die 9.000 €, zusätzlich Batteriemiete. Nur wenig billiger als ein langsam ladener Smart. Aber gebraucht? In Deutschland waren die Preise im Suchzeitraum hoch und standen zuemeist sehr weit weg. Kein Wunder, auf einen neuen Twizy muss man monatelang warten. Also den Suchkreis auf den einschlägigen Portalen auf die Niederlande ausgeweitet. Und fündig geworden. Der Preis war für deutsche Verhältnisse sehr gut – und Fenster waren auch dabei. Also Transporter gemietet und hinein mit dem Lütten:

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Womit die Frage geklärt ist, ob ein Twizy in einen Sprinter passt. Zurück in der Heimat musste der Wagen eingedeutscht werden. CUC-Bescheinigung, deutscher Tüv, etc. Nach ausgiebigen Studium in den Foren wie Twizy-Forum und Going-Electric gab es neue Reifen, Austausch des Getriebeöls, etwas längere Scheibenwischer für den Sitzriesen.

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Leider gab es einige Diskussionen in der Zulassungstelle, ob das Kennzeichen vorne viereckig sein muss oder ob auch ein Rechteckiges geht. Einfacher war es einen Aufkleber meines Stromversorgers anzubringen – ihr wisst schon, der Öko in mir.

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Also auf gehts. Bei zwei Arbeitsstätten ist das Laden noch kostenlos und beinah vor der Tür möglich. Und so flitze ich nun über die Strassen der großen Stadt. Auch Goslar oder Braunschweig sind schnell erreicht – wen man sich über Ladesäulen informiert ist sogar der Rückweg kein Problem. Zwei Ladekarten und einen Typ2 Adapter führe ich stets mit mir. Sogar bis Torfhaus am Brocken habe ich es schon geschafft – die Bergfahrt saugt jedoch ordentlich am kleinen Akku, der meist zwischen 70 und 60 km hält. Salzgitter ist halt eine Großstadt mit viel Landstraßen darin – sonst geht mehr.

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Auf der Arbeit fand ich dann eine kleine Parknische. Doch da durfte ich nicht lange stehen.

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Irgendjemand hatte etwas dagegen, das ich in der nie genutzten Ecke mein Gefährt direkt an der Bibliothek parke. Doch die wenigen E-Autofahrer halten zusammen. So erfuhr ich, das die Stadt für E-Autos einen eigenen Parkausweis hat. Man kann damit unbegrenzt lange und kostenlos parken, jedenfalls bis Ende 2017. Damit auch direkt vor den Bibliotheken! Wie praktisch! Und ganz legal!

Zwischzeitlich ist es kühler und häufig nasser geworden. Die Scheiben sind eingesetzt. Spritzschutz vorne montiert und Handschuhe, Buff und Mütze meine Begleiter.

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Soviel Aufwand um für seine Arbeit unterwegs zu sein? Normalerweise hätte ich ja noch Werbung fahren können / müssen. „Bücherbüsschen“ oder „Bibliothekarischer Notdienst“ wären eine Option, denn oft nehme ich auf dem Rücksitz (!) ein paar Kisten mit in die jeweils andere Bibliothek. Doch beim Aufräumen zu Hause fand meine Frau etwas Passenderes:

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Das trifft es! Auch wenn der große Benziner zur Verfügung steht, nehme ich lieber den „Zyklopen“. Es macht auch nach Monaten noch Spaß – und die Einwohner dieser großen Stadt sind noch immer am Gucken, wenn ich da ganz leise angebraust komme. Seit den Elektromobilitätstagen vor Ort weiß ich, das es noch jemanden hier mit diesem Gefährt gibt. Das steigert die E-Autorate der Stadt glatt um einige Prozent.

Fazit: Lösung gefunden. Und schlau geworden über das Thema Elektromobilität. Da kann ich nun mitreden.

Erst einmal, ich wusste nicht, das es in Deutschland noch eine öffentliche Bibliothek gibt, die den ursprünglichen Namensgedanken „Volksbücherei“ noch trägt. In Fürth ist das noch der Fall und es ist darüber eine kurze Debatte entbrannt.

Die neue Leiterin Christina Röschlein ist 2011 mit einem Kölner B.A. des Bibliothekswesen ausgestattet worden. Dazu erst einmal Glückwunsch. In so jungen Jahren eine Bibliothek mit diesen Zahlen zu leiten ist keine ganz einfache Aufgabe. Nach knapp einem Jahr gab es auch einen ersten öffentlichen Veränderungsvorstoß von ihr, denn der Name „Volksbücherei Fürth“ erscheint auf den ersten Blick in der Tat antiquiert.

Doch offizielle Begründung für den Namenswechsel, „der Begriff „Volk“ im Nationalsozialismus rassistisch belastet worden ist“, wie hier berichtet ist in der Tat als Begründung humbug. Spannenderweise gab es in Fürth auch noch eine zum Stadtarchiv gehörende Stadtbibliothek, die sich nun in „Wissenschaftliche Bibliothek“ umbenannt hat. Damit gab es bis vor kurzem in Fürth die interessante Konstellation, dass Begrifflichkeiten von 1910 noch im Jahre 2010 ihre Gültigkeit hatten.

Im Rahmen meiner Recherchen bin ich auf viele Stadtbibliotheken um 1900 gestoßen, die jedoch wissenschaftliche Bibliotheken mit allgemeinen Zugang waren und mit der heutigen Bgrifflichkeit „Stadtbibliothek“ nichts mehr gemein haben. In Köln und Mainz gibt es diese Namensrelikte noch heute, die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln zum Beispiel ist nicht mit der Stadtbibliothek Köln zu vergleichen.

Die Volksbildungsbewegung ließ ab etwa 1895 bis in die 1930er Jahre überall in Deutschland „Volksbüchereien“ entstehen – oft als Pendant zur privatwirtschaftlichen Leihbibliothek, die in den Augen der Volksbildungsbildungsakteure nur niedere Literatur anboten. Die Leihbibliotheken verschwanden spätestens um 1960, seitdem haben die kommunalen öffentlichen Bibliotheken quasi ein Buchleihmonopol. Interessant ist, das dieses Monopol gerade durch die E-Books jetzt wieder aufbricht. Sind die Stadtbibliotheken der Kommunen denn wirklich noch Einrichtungen im Sinne der Volksbildungsbewegung? Ist die Volksbildungsbewegung wirklich ein Relikt der Vergangenheit? Seit dem PISA-Schock erinnert man sich doch ganz gerne wieder an seine Wurzeln.

In Fürth klang diese Problematik mit Verweis auf das obigen Zitat nur vereinzelt in den Leserbriefen an. So meint D-Bloxx am 05.04.2014: „Ja klar, und die Volkshochschule heißt künftig Stadthochschule,“ und liegt damit im Kern eines Problems. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Besatzer, vor allem die Amerikaner, versucht das Wort Volk aus öffentlichen Einrichtungen zu streichen. Warum das gerade bei den Volkshochschulen nicht passiert ist, habe ich bisher nicht recherchiert – doch heute wuchern diese Einrichtungen genau mit dem Pfund, das überall in Deutschland die VHS als Synonym für die Erwachsenenbildung gilt. In Fürth ist das nicht passiert, obwohl man quasi als Treppenwitz der Zeitgeschichte die „Hauptstelle in den 1990er Jahren in ein ehemaliges Gebäude der US-Army an der Fronmüllerstraße ausquartiert“ hat.

Zu Beginn der Volksbildungsbewegung war die VHS das eine Standbein, das andere, für viele das Wichtigere, war die Volksbücherei!

Interessant ist aber auch jene Aussage: „Stifter der Volksbücherei war 1904 der jüdische Ehrenbürger Heinrich Berolzheimer. Die inzwischen von der Comödie Fürth als Mieter genutzte Volksbildungsstätte Berolzheimerianum hat der in Amerika erfolgreiche Bleistiftfabrikant aus Fürth nach amerikanischem Vorbild in seiner Heimatstadt etabliert.“

Zu diesem Zeitpunkt war die Public Library auch in Deutschland nicht mehr gänzlich unbekannt – die Bücherhallenbewegung war das Vorbild. Auch hier ist leider nur die HÖB (Hamburger Öffentliche Bücherhalle) übrig geblieben. Übrigens, oft zum Ärger der Bibliotheken im Hamburger Speckgürtel, selbst Kommunalpolitiker in Reinbek sprachen öfter von der Bücherhalle und meinten doch ihre Stadtbibliothek.

Zu Beginn hat der Bürgermeister die Namensumbenennung verteidigt, doch im Enddeffekt bleibt es beim Alten. Es wird also in Deutschland weiterhin eine Bücherhalle (Hamburg) und eine Volksbücherei (Fürth) geben. Beide erinnern mich damit an die Entstehung der Volksbildungsbewegung.

Natürlich hätte die junge Kollegin auch die „Stadtmediathek Fürth“ ins Leben rufen können, doch im Endeffekt wäre das nicht nur eine Frage des Konzeptes. So manches Mal ist versucht worden, wieder einen einheitlichen Namen zu finden für das was wir Stadtbibliothek, gemeindebücherei, katholische öffentliche Bibliothek oder gar Mediothek nennen. Zuletzt fand ich den Hinweis auf den 1978 entwickelten Flattermann , der noch heute beim deutschen Bibliotheksverband zum Download bereitsteht.

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Auch dieses Signet findet keine vollständige Verbreitung, manchmal sogar eine Abwandlung (Schleswig-Holstein hat ihn in den Landesfarben), doch von dem Standard der Volkshochschulen ist das weit entfernt.

 

Mein Fazit:

Die Namensumbenennung ist verständlich aber wirklich unglücklich verlaufen. Auch heute ist der Begriff „Stadtbibliothek“ nicht mit solch historischen Werten und Normen belegt, wie die „Volksbücherei“. Nun kann Fürth dafür sorgen, das die eine weithin vergessene Begrifflichkeit der deutschen Volksbildungsbewegung weiterhin existiert – und sogar ganz fortschrittlich mit neuem Leben aufgefüllt wird.

 

Hier noch einmal die Links zum Selberlesen:

21.02.2013 – http://www.fuerth.de/desktopdefault.aspx/tabid-954/1595_read-21561/

04.03.2013 – https://www.oebib.de/bibliotheken/bibl-nachrichten/article/2013/03/04/neue-leiterin-startet-durch-in-die-virtuelle-welt/

04.04.2014 – http://www.nordbayern.de/region/fuerth/further-volksbucherei-mutiert-zur-stadtbibliothek-1.3558826

08.04.2014 – http://www.nordbayern.de/region/fuerth/streit-in-furth-ist-der-name-volksbucherei-negativ-belastet-1.3565466

09.04.2014 – http://www.nordbayern.de/region/fuerth/burgermeister-braun-verteidigt-umbenennung-der-volksbucherei-1.3569161

24.04.2014 – http://www.nordbayern.de/region/fuerth/jetzt-also-doch-further-volksbucherei-bleibt-volksbucherei-1.3600324

 

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